Mitgliederfahrt nach Wolfsburg

Was haben Autos, Glühwein und Kunst gemeinsam?
Richtig, erst einmal überhaupt nichts! Wer dennoch einen versteckten Zusammenhang vermutet, der sollte am 4. Dezember an der Mitgliederfahrt der JungenMeister teilnehmen!

Bestand das Programm der Mitgliederfahrt im letzten Jahr noch aus der Besichtigung des Spinnerei Geländes in Leipzig und einer Stadtführung mit dem Thema „Shrinking Cities“, so wollen wir dieses Jahr in die Kunstwelt Wolfsburgs eintauchen. Denn die weltberühmte Volkswagen City hat neben frischen Autos vom Förderband auch so manchen Leckerbissen für Kunst- und Kulturinteressierte zu bieten…

Wir beginnen unseren Ausflug im Herz und Wahrzeichen der Stadt, in der Wolfsburg. Im alten Schloss, das Namensgeber und ältestes Bauwerk der Stadt ist. Es vereint heute vier der wichtigsten Kulturinstitutionen Wolfsburgs: Das Stadtmuseum, die Städtische Galerie, den Kunstverein sowie das Atelier Heidersberger.

Bernd Rodrian, Leiter des Ateliers Heidersberger, wird uns persönlich das Werk des Fotografen vorstellen. Heinrich Heidersberger ist vor allem als Industrie- und Architekturfotograf bekannt geworden und hat einen Großteil seines Lebens in Wolfsburg verbracht. Im Anschluss besuchen wir die Ausstellung „Gemeinschaft“ im Kunstverein Wolfsburg, der ebenfalls im Schloss beheimatet ist. Der Direktor Justin Hoffman wird uns die Ausstellung zeigen und für Fragen rund um den Kunstverein und die Kunstvermittlung bereitstehen. Nach diesen zwei ersten Programmpunkten können wir getrost den im Schloss stattfindenden Weihnachtsmarkt ansteuern und uns mit Spekulatius und dampfenden Bechern Glühwein vergnügen. Schließlich sollte bei einer Mitgliederfahrt die Möglichkeit sich besser kennenzulernen und auszutauschen nicht zu kurz kommen. Nach der Pause und mit roten Ohren geht es weiter mit einer Führung durch die Sammlung der Städtischen Galerie, die, wenn wir Glück haben, der Kurator Marcus Körber für uns organisieren wird. Abschließend steht es uns noch offen die Giacometti Ausstellung im Kunstmusem Wolfsburg anzuschauen.

Treffpunkt zur Abfahrt in Berlin ist der DB Infoschalter (vor der großen Anzeigetafel, Ausgang Richtung Hamburger Bahnhof) im Hauptbahnhof um 07:40 Uhr. Wir fahren zusammen mit dem Wochenendticket nach Wolfsburg. Vor Ort fahren wir mit dem Bus, bzw. laufen. Die Rückfahrt treten wir spätestens um 19: 30 Uhr an und wären dann wieder um 22:46 in Berlin.

Teilnehmen können 16 Mitglieder. Die Kosten belaufen sich auf 17 Euro/Person (Fahrkarten und Eintritt). Nach eurer Anmeldung bekommt ihr unsere Kontodaten zugeschickt, auf die ihr das Geld überweisen könnte. Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen!!!

Kontaktperson für Not- und andere Fälle:
Johannes Bögle

Willem de RooijIntolerance

„Eigens für die Neue Nationalgalerie hat der renommierte niederländische Künstler Willem de Rooij (*1969) die Arbeit „Intolerance“ realisiert, die sich aus einer temporären Installation und einer dreibändigen Publikation zusammensetzt.

In seinem künstlerischen Werk kombiniert de Rooij Bilder und arbeitet dabei medien- übergreifend mit Skulptur, Film und Text. Während seine früheren Filminstallationen skulpturale Qualität erlangten, entwickelte er seine letzten Ausstellungen stets als eigenständige Kunstwerke, die häufig Objekte und auch Werke anderer Künstler einschlossen.

De Rooij arbeitet also im Sinne der so genannten Appropriation Art, indem er sich ganz bewusst bereits vorhandene Dinge oder Kunstwerke aneeignet und zu einem Teil der eigenen künstlerischen Arbeit macht. So auch bei der Installation „Intolerance“. Diese kann als eine dreidimensionale Collage betrachtet werden, die eine Gruppe von Gemälden des niederländischen Malers Melchior d’Hondecoeter (1636-1695) mit einer Gruppe von hawaiianischen zeremoniellen Objekten aus dem 18. Jahrhundert konfrontiert.

Diese Gegenüberstellung eröffnet dem Betrachter spannende Assoziationen und ist zudem als eine visuelle Untersuchung der Dreiecksbeziehung zwischen frühem globalem Handel, Konflikt und gegenseitiger Attraktion zu verstehen.“

Der Kurator des Ausstellungsprojekts Dr. Benjamin Meyer-Krahmer wird uns persönlich durch die Installation des Künstlers führen und auch das umfangreiche Katalogprojekt vorstellen.

Führung durch Schürmann Berlin

Schürmann Berlin ist seit 2006 der Schauraum der Sammlung von Wilhelm Schürmann, zur Zeit Professor für Fotografie an der FH Aachen, in dem jährlich 5-6 Ausstellungen in Verbindung mit der Sammlung gezeigt werden.

„Seit nahezu 30 Jahren wächst und verjüngt sich die Sammlung Schürmann ständig und sprengt längst das Fassungsvermögen von Schürmanns Haus am Rande von Aachen. Dabei unterscheidet sie sich von der anderer Sammler fundamental dadurch, dass Schürmann nicht auf etablierte oder erfolgversprechende Namen setzt. Vielmehr nutzt er sein internationales Netzwerk, um mit sicherem Spürsinn neue, noch weitgehend unentdeckte Talente ausfindig zu machen, so etwa Kate Davis oder Rosaline Rannoch – die Frauenriege in seiner Sammlung ist überhaupt beachtlich. Vor den endgültigen Kauf-Entscheidungen steht Gaby Schürmann mit ihrem unbestechlichen Gespür und diplomatischen Geschick ihrem Mann beratend zur Seite.

Da die Sammlung als eine der wenigen bedeutenden Kunstsammlungen nicht auf ein ererbtes oder erarbeitetes Vermögen zurückgreifen kann, verkauft Schürmann Arbeiten, um andere erwerben zu können. So sind auch ein Ausstellungsraum und eine Wohnung in Berlin möglich geworden.“

Bei einer Führung durch den Raum der Sammlung in Berlin, gemeinsam mit Wilhelm und Gaby Schürmann, soll ein Blick auf Aspekte und Hintergründe des Sammlerwesens geworfen werden.

Monat der Fotogafie in der Berlinischen Galerie

Die 4. Edition des Europäischen Monats der Fotografie Berlin präsentiert sich als ein Festival im Umbruch. Größte Änderung ist jedoch das Experiment einer verbindlichen thematischen Vorgabe an die teilnehmenden Institutionen. Das Ziel war es, die Ausstellungen und Veranstaltungen auf ein Thema hin zu fokussieren und damit der besseren Wahrnehmbarkeit und stärkeren Profilierung des Festivals zu dienen.
„Moderne Zeiten, neue Bilder“ lautet die Umschreibung für das Thema, das die Fotografie als Instrument der Modernisierung in den Blick nimmt.
Die Berlinische Galerie ist ein Ausstellungsort des Festivals und widmet sich unter verschiedenen Gesichtspunkten dieser Modernisierungsfunktion des Mediums zu.

Längst ist allgemein anerkannt, dass mit Fotografien keineswegs „die Wirklichkeit wiedergegeben“ wird. Was die Kamera erfasst und wie das Ergebnis wiedergegeben wird, ist vielmehr Interpretation der Wirklichkeit und damit Schaffung neuer, zusätzlicher Wirklichkeit.

In der Berlinischen Galerie werden drei Positionen präsentiert:
„Menschen, Dinge, Menschenwerk. Emil Otto Hoppé – Fotografien 1925-1929“ mit vintage prints aus den 1920er Jahren,
Arno Fischer, der Hannah-Höch-Preisträger 2010, mit Fotografien von 1953 bis 2006,
zeitgenössische Online-Projekte im Rahmen von „Mutations III. Public Images – Private Views“, eine Ausstellung der sieben Partnerstädte des Monats der Fotografie.

Uns wird Jana Duda, Volontärin der Abteilung Fotografie, einen Überblick über die drei Ausstellungen geben.
Nachher bleibt auch noch Zeit sich selber im Museum alles anzuschauen und sich vielleicht mit dem Werk „Soft Soultion“ von raumlaborberlin zu beschäftigen. Ihre Arbeit für den Monat der Fotografie verknüpft die verschiedenen Bereiche Vorplatz – Café Dix – Museum und verleiht der Berlinischen Galerie eine neue und einzigartige Ausstrahlung. Ausgangsbasis und verbindendes Element gleichermaßen ist das harte Konstruktionsraster des Gebäudes in der Alten Jakobstraße. So schlägt dieses Werk eindrucksvoll die Brücke zwischen Fotografie und Gebäude, indem das Raster den räumlichen Entwurf flächig abbildet und damit optisch auf das Thema der Fotografie verweist.

Tim Eitelin der Galerie Eigen+Art

Am 30.10.2010 um 13.20 Uhr gehen wir gemeinsam in eine der bekanntesten Galerien Berlins. Die Ursprünge der Galerie Eigen+Art liegen in Leipzig. Dort etablierte Gerd Harry Lybke 1983 die Galerie Eigen+Art als „underground“ Projekt in der eigenen Dachgeschosswohnung. Neben Leipzig ist die Galerie Eigen+Art auch in Berlin vertreten, zeigt in der Auguststraße Positionen zu Medien Film/Video, Fotografie, Installation, Malerei und Skulptur sowie konzeptueller Kunst und Performance.

Wir werden in der Galerie Eigen+Art „message to home“ von Tim Eitel anschauen. Der 1971 in Leonberg bei Stuttgart geborene Tim Eitel zählt auch international zu den profiliertesten deutschen Malern seiner Generation. Bekannt wurde er durch farbig-helle Gemälde von Landschaften und Museumsräumen, bestückt mit Menschen, die meist ganz auf sich selbst konzentriert sind. Aktuelle Szenarien von der Beziehungslosigkeit zwischenmenschlicher Verhältnisse. Bereits in dieser hellen Periode steht Tim Eitel in der Tradition einer Moderne, deren Thema der vereinsamte, desorientierte Mensch ist.

Neben Tim Eitel vertritt die Galerie Eigen+Art: Akos Birkas, Birgit Brenner, Martin Eder, Nina Fischer/Maroan el Sani, Stella Hamberg, Christine Hill, Jörg Herold, Uwe Kowski, Rémy Markowitsch, Maix Mayer, Carsten Nicolai, Olaf Nicolai, Neo Rauch, Ricarda Roggan, Yehudit Sasportas, David Schnell, Annelies Strba, Matthias Weischer.

Für die Führung durch die Galerie wird uns Johanna Neuschäffer zur Verfügung stehen und vielleicht werden wir die Möglichkeit bekommen Gerd Harry Lybke noch einige Fragen stellen zu können.

TextureGruppenausstellung

Die Galerie Metro ist eine junge Galerie, die 2007 von Kai Schupke, dem früheren Leiter des Projektraumes NYRT, als Produzentengalerie in der Brunnenstrasse gegründet wurde. Anfang des Jahres ist die Galerie in die Nähe des Halleschen Tores in den 1. Stock eines sozialen Wohnungsbaus umgezogen.

Metro vertritt junge KünstlerInnen mit einem konzeptuellen Ansatz, die nahezu alle in verschiedenen Medien arbeiten.

In der aktuellen Gruppenausstellung werden auch viele Neuproduktionen gezeigt, die für oder im Bezug auf „Texture“ bzw. den besonderen Standort und die ungewöhnlichen Räume entstanden sind.

„Der Stoff eines alten Sofas, das auf einem Dachboden vermodert, die Oberfläche eines verrosteten Schiffswracks, das auf dem Meeresgrund von Korallen überwuchert wird: Auf den Leinwänden von Markus Wirthmann wirkt die Farbmaterie des Salzes weder als bildliche Darstellung noch als abstrakte Struktur, sondern direkt als das Material, das es zu imitieren scheint. Wie in diesem Beispiel zeigt die Ausstellung „Texture“ Arbeiten, die ihre eigenen materiellen und kontextuellen Bedingungen reflektieren und auf unterschiedliche Weise den Blick für ein unüberschaubares Gewebe von Beziehungen, Bedingungen und Abhängigkeiten schärfen.“

Hannah Beck-Mannagetta, die Direktorin der Galerie, wird uns durch die Ausstellung führen und eventuell auch noch von den KünstlerInnen jemanden dazu bitten!