02/12/2010 18:00Uhr

Willem de Rooij | Kurator*innenführung in der Neuen Nationalgalerie

“Eigens für die Neue Nationalgalerie hat der renommierte niederländische Künstler Willem de Rooij (*1969) die Arbeit Intolerance realisiert, die sich aus einer temporären Installation und einer dreibändigen Publikation zusammensetzt.

In seinem künstlerischen Werk kombiniert de Rooij Bilder und arbeitet dabei medien- übergreifend mit Skulptur, Film und Text. Während seine früheren Filminstallationen skulpturale Qualität erlangten, entwickelte er seine letzten Ausstellungen stets als eigenständige Kunstwerke, die häufig Objekte und auch Werke anderer Künstler einschlossen.

De Rooij arbeitet also im Sinne der so genannten Appropriation Art, indem er sich ganz bewusst bereits vorhandene Dinge oder Kunstwerke aneeignet und zu einem Teil der eigenen künstlerischen Arbeit macht. So auch bei der Installation Intolerance. Diese kann als eine dreidimensionale Collage betrachtet werden, die eine Gruppe von Gemälden des niederländischen Malers Melchior d’Hondecoeter (1636-1695) mit einer Gruppe von hawaiianischen zeremoniellen Objekten aus dem 18. Jahrhundert konfrontiert.

Diese Gegenüberstellung eröffnet dem Betrachter spannende Assoziationen und ist zudem als eine visuelle Untersuchung der Dreiecksbeziehung zwischen frühem globalem Handel, Konflikt und gegenseitiger Attraktion zu verstehen.”

Der Kurator des Ausstellungsprojekts Dr. Benjamin Meyer-Krahmer führte uns persönlich durch die Installation des Künstlers und stellte uns das umfangreiche Katalogprojekt vor.

Foto: Federkopf, H 67 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum, © bpk / Ethnological Museum, SMB / Claudia Obrocki.