22/07/2011 16:00Uhr

Kunstbuchverlag Archive Books | Ausstellungsbesuch

Unter dem Titel starving artist super star präsentieren Kunstgeschichtsstudent*innen der Freien Universität Berlin in den Räumen des Kunstbuchverlages Archive Books in Berlin-Kreuzberg Werke internationaler Künstler*innen, die sich mit der Frage der Künstler*innenidentität beschäftigen.

Berlin zieht Künstler*innen aus allen Teilen der Welt an und ermöglicht mit seinen zahlreichen kulturellen Einrichtungen einen kreativen und produktiven Austausch. Diese vielseitige Künstler*innengemeinschaft macht die Stadt zu einem aufregenden Ort für die internationale Kunstszene aus Galerist*innen, Sammler*innen und Publikum. Unter solchen Vorraussetzungen scheint das künstlerische Schaffen leicht zu fallen. Aber wie sieht die Situation der Künstler*innen in der Realität aus? Wie empfinden die Künstler*innen den Druck der Konkurrenz unter dem sie ständig stehen? Beeinflusst durch romantische Vorstellungen wie das Bild des darbenden Künstlers, der nur für seine Kunst lebt, bis hin zum erfolgreichen Künstlerstar, müssen sich noch nicht etablierte Künstler*innen zwischen diesen Extremen positionieren. In den Werken kommt dies auf unterschiedlichste Weise zum Ausdruck– mal in ernsthafter Selbstbefragung, mal in spielerischer Auseinandersetzung mit großen Vorbildern und mal in subversiv-ironischer Brechung gängiger Künstler*innenklischees. Das klassische Selbstporträt ist dafür eine – wenn auch nicht unbedingt die direkteste – Form. Heutige Selbstdarstellungen haben viele Gesichter, und es stellt sich die Frage, inwieweit tradierte Vorstellungsbilder und Klischees vom Künstler*innendasein überhaupt noch eine Rolle spielen.

Die Ausstellung starving artist super star bringt eine Gruppe von fünfzehn internationalen Künstler*innen jeglichen Alters zusammen: einige studieren noch, andere können bereits von der Kunst leben oder sind produktiv, ohne sich dabei von aktuellen Tendenzen auf dem Kunstmarkt abhängig zu machen. Die Ausstellung zeigt Werke, die diese unterschiedlichen Formen des Künstler*innenseins auf jeweils individuelle Art reflektieren und in vielfältigen technischen Medien (Malerei, Zeichnung, Fotografie, Video, Performance) zum Ausdruck bringen. Die Arbeiten ermöglichen Einblicke in das Selbstverständnis sowie die Selbstsicht heutiger Künstler*innen und eröffnen zugleich ein Panorama aktueller künstlerischer Positionen.