squatting. erinnern, vergessen, besetzen Kuratorenführung von Tilo Schulz

Nachdem wir bereits im letzten Semester im Atelier von Tilo Schulz einen Einblick in seine Arbeit gewinnen durften, freuen wir uns sehr, dass er uns jetzt persönlich durch die von ihm und Jörg van den Berg kuratierte Gruppenausstellung „squatting. erinnern, vergessen, besetzen“ in der Temporären Kunsthalle führen wird!

Die Ausstellung zeigt 22 Werke von siebzehn internationalen KünstlerInnen, die so im Raum inszeniert wurden, dass sie die Besucher in ein intensives Gespräch mit der Kunst verwickeln. Eine aktive Form des Erinnerns – und Vergessens – wird als ein gesamtgesellschaftliches Bedürfnis und als eine Grundlage für die Produktion und Rezeption von Kunstwerken verstanden. squatting führt künstlerische Werke zusammen, die Erinnerung thematisieren und Erfahrungen mit Orten, Situationen, Menschen und Handlungen verarbeiten. Die gezeigten Kunstwerke besetzen einen Raum (die Temporäre Kunsthalle), dessen Standort (der Schlossplatz) wiederum mit politischen Erinnerungen und ideologischen Zugriffen belegt ist.

Eine den Ausstellungsraum gänzlich durchquerende Barriere stellt den Besucher vor die Herausforderung diese zu überwinden, um den Gang durch die Ausstellung fortsetzen zu können. Verstellte und geöffnete Räume, Sicht- und Bewegungsachsen betonen sowohl Differenzen als auch Verbindungen der Werke untereinander. Eine ikonische Inszenierungspraxis, die Tilo Schulz seit den 90er Jahren verfolgt und weiterentwickelt, zeigt ein Netzwerk formaler wie inhaltlicher Bezüge zwischen den gezeigten Arbeiten auf.

Beteiligte KünstlerInnen:
Heike Kati Barath, Annika Eriksson, Carsten Fock, Franka Hörnschemeyer, Sven Johne, Šejla Kameric, On Kawara, Thomas Locher, Antje Majewski, Olaf Nicolai, Anna Oppermann, Manfred Pernice, Bojan Šarcevic, Michael Schmidt, Gitte Villesen, Simon Wachsmuth, Haegue Yang

Die Ausstellung läuft noch bis zum 24. Mai 2010. Jeden Montag gibt es ein Begleitprogramm.