14/12/2014 17:00Uhr

Ohrenhoch – Der Geräuschladen | Gespräch

Der ohrenhoch-Geräuschladen in der Nähe der Weserstraße veranstaltet das ganze Jahr über jeden Sonntag eine sogenannte Hörgalerie. Komponist*innen und Klangkünstler*innen aus aller Welt stellen ihre Werke vor, sei es elektroakustische Musik, akusmatische Musik, Sounddesign, Soundscape, Hörspiel oder Field Recording.

Die Sound-Art-Installationen werden durchgehend von 14 bis 21 Uhr in einem Loop abgespielt und haben somit weder Beginn noch Ende. Dem Galeristen Knut Remond, selbst Klangkünstler, war dies bei der Konzeption der Ausstellungsreihe wichtig. Ausserdem legt er Wert darauf, dass sich die Kompositionen im ganzen Raum entfalten können. Zu diesem Zweck hat er eine komplexe Lautsprecher-Installation entwickelt, durch die die BesucherInnen immer im Mittelpunkt des Stücks stehen.

Im Dezember 2014 war das Lebensprojekt Tage zu hören. Die Künstlerinnen Neele Hülcker und Elisabeth R. Hager haben einen Vertrag abgeschlossen: bis zu ihrem Tod werden sie jeden Tag das jeweilige Datum aussprechen und dies elektronisch aufzeichnen. Im ohrenhoch waren die aufgezeichneten Daten von 2011 bis 2014 zu hören. Dabei geht es um universelle Themen wie „ablaufende Lebenszeit und körperlichen Verfall“ und um eine Verschmelzung von Leben und Kunst:

„Der künstlerisch gesetzte Zwang das Datum aufzunehmen, prägt unser restliches Leben – und unser alltägliches Leben ist gleichzeitig Aspekt der Aufnahmen: man hört unseren Stimmen Befindlichkeiten an, hört Hintergrundgeräusche, wird hören, wie sich unsere Stimmen im Laufe der Zeit insgesamt verändern.“ (Neele Hülcker und Elisabeth R. Hager )

Beide Künstlerinnen sprachen mit uns über ihr Projekt und Knut Remond stand für Fragen zu seinem Geräuschladen zur Verfügung.