15/01/2009 18:00Uhr

Marius Babias | Interview

Der Neue Berliner Kunstverein, der 1969 aus revolutionären Demokratisierungsbestrebungen des Kunst- und Kulturbetriebs heraus gegründet wurde, hatte zum Ziel, bildende Kunst der Gegenwart einer breiten Öffentlichkeit und nicht nur einer internen Kennerschaft zu präsentieren und zu vermitteln.

Neben der Präsentation und Vermittlung von Ausstellungen und regelmäßigen KünstlerInnengesprächen hinaus gehörte und gehört heute noch eine der ersten Artotheken in Deutschland hierzu. Kunstinteressierte mit Wohnsitz in Berlin können gegen eine Versicherungsgebühr von 1,50 € über 4000 Werke der internationalen Kunst des 20. und 21. Jahrhundert aus der stetig wachsenden Sammlung des NBKs für ein paar Monate entleihen. Darüber hinaus beherbergt der nbk seit 1972 das Video-Forum, eine Sammlung von mittlerweile über 1000 Videoarbeiten. Diese können vor Ort wie in einer Präsensbibliothek mit Termin angesehen werden.

Seit Anfang des Jahres 2008 hat sich beim NBK ein Generationenwechsel vollzogen. Wir baten den damals neuen Direktor des Kunstvereins Marius Babias um eine Führung durch die Ausstellung und befragten ihn nach seinen neuen Ansätzen für den Verein, der in den letzten Jahren doch eher als konservativ, klassisch-bürgerlicher Kunstverein wahrgenommen wurde.

Nicht erst seit den Projekten, die Marius Babias in den Jahren vor 2008 zusammen mit Florian Waldvogel in der Kokerei Zollverein in Essen realisiert hat, hatte dieser mit einem diskursiven und partizipativen Ansatz in der Ausstellungspraxis auf sich aufmerksam gemacht.

Der nbk möchte sich als Ort für zeitgenössische Kunst- und Diskursproduktion, für experimentelle Kunstvermittlung und kulturelle Bildung, sowie Plattform für die junge Kunstszene Berlins verstehen. Was das genau bedeutet und welche Kooperationen und Projekte geplant sind erläuterte uns der neue Direktor persönlich.