09/03/2013 11:00Uhr

Katarzyna Kozyra | Künstlerinnengespräch

Katarzyna Kozyra gehört zu jenen Künstler*inen, für die es kein “no go” gibt. Sie lebt in Warschau und Berlin und macht durch ihre spektakuläre Foto- und Video-Installationen von sich reden. Ihre Performance als Gloria Viagra, die Filme the rite of spring, Bathhouse, oder ihr Foto als Olympia, jedes Werk eine neue Provokation, doch es geht der Künstlerin nicht um den Skandal.

Im März 2013 präsentierte Katarzyna Kozyra ihre neue Videoarbeit Looking for Jesus im Rahmen des Projekts Video Room des Zentrums für Zeitgenössische Kunst Zamek Ujazdowski in der Zak/ Branicka Galerie in Kreuzberg.

Der Ausgangspunkt für Katarzyna Kozyra war das sogenannte Jerusalem-Syndrom, eine akute psychische Störung, die seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Krankheitsbild diagnostiziert wird, bei dem Personen sich mit biblischen Charakteren identifizieren – in den meisten Fällen mit dem Messias. Im Frühling 2012 reiste die Künstlerin mit ihrem Filmteam nach Jerusalem um “Jesus” zu finden. Die Hauptfragen, die Kozyra sich selbst oder der Gesellschaft stellt sind folgende: Was sind die Mechanismen, die unsere Überzeugungen und unser Glauben formen? Wie nehmen wir unsere Realität wahr und wie bauen wir dessen Sichtweise auf? Ist ein kritischer Ansatz und eine ständige Überprüfung der Fakten nur eine andere Art von intuitiven Wunsch, an die Macht der Vernunft zu glauben?

Wir luden euch ein, mit der Künstlerin selbst ins Gespräch zu kommen.