05/05/2012 14:00Uhr

Alte Nationalgalerie | Führung

Kurzfristig konnten wir es erreichen: Eine Führung durch Gerhard Richter – 18. Oktober 1977 in der Alten Nationalgalerie am Samstag, den 5. Mai 2012.

Dieser Zyklus, mit seinen 15 Werken, gehört zu einem der bekanntesten Werke von Gerhard Richter und entstand 10 Jahre nach den Ereignissen des sogenannten Deutschen Herbstes.

Der Künstler konzentriert sich hier auf die Mitglieder der RAF, erreicht es aber dennoch auch Ereignisse rund um dieses Datum in Erinnerung zu rufen: Er gibt die Pressefotos in dunklen Tönen wieder und verwischt sie oft zur Unkenntlichkeit, sodass dadurch auch die Lähmung der jungen Bundesrepublik gezeigt werden kann. Spannend ist auch der Diskurs, der sich zwischen dem Gemäldezyklus 18. Oktober 1977 und den Historienmalereien der Alten Nationalgalerie ereignet.

So konnten wir in der Führung auch der Frage nachgehen, inwieweit Gerhard Richters Gemälde zum Deutschen Herbst im Kontext der Alten Nationalgalerie eine dokumentierbare Historie sind und was die Rolle der Historienmalerei in der heutigen Kunst ist. Sie wird auch
das schwierige Verhältnis zwischen sozialen Utopien und gesellschaftlicher Wirklichkeit thematisieren.