01/07/2010 18:00Uhr

Alicja Kwade | Studio Visit

Alicja Kwade kann durchaus als Senkrechtstarterin in der deutschen Kunstszene bezeichnet werden. 1979 in Kattowice (Polen) geboren, studierte sie bis 2005 an der Universität der Künste, Berlin. Nur fünf Jahre später kann sie bereits auf Einzelausstellungen im Hamburger Bahnhof, in der Kestner Gesellschaft Hannover oder dem Westfälischen Kunstverein zurückblicken.

Der Durchbruch gelang ihr 2008 mit der Auszeichnung des Piepenbrock Förderpreis für Skulptur. Ihr künstlerisches Schaffen zeichnet sich v.a. durch die konzeptionelle Klarheit und den minimalistischen Aufbau ihrer Objekte, Skulpturen, Filme und Rauminstallationen aus.

Da werden Kohlebrikkets zu Goldbarren aufgetürmt, Berliner Bordsteine zu Juwelen geschliffen, Champagnerflaschen pulverisiert zu einem Kegel grünen Feinstaubs. Gewöhnliche Kieselsteine mutieren durch Aufnahme mittels einer Hochgeschwindigkeitskamera zu vermeintlichen Meteoriten, oder der Einsatz von Spiegeln wird ad absurdum geführt.

Entscheidend sind die Übertragungsprozesse und Metamorphosen, die die Objekte erleben. Der Schein trügt; was man sieht und hört, entpuppt sich als Trügerisch. Die Arbeiten spielen mit der Wahrnehmung der Betrachter, wie dieser umgekehrt eingeladen wird, sich „spielend” den Arbeiten zu nähern.

Ihre Einzelausstellung „Grenzfälle fundamentaler Theorien” in der Galerie Johann König, Berlin (Herbst 2009), hatten wir von JungeMeister in unserer Rubrik Kunsttipps ausführlich besprochen und wärmstens empfohlen (siehe Kunsttipps Bisher).

Es freut uns daher ganz besonders, dass Alicja Kwade sich die Zeit nimmt, uns in ihrem Atelier zu empfangen und über ihre Arbeiten, ihre Erfahrungen als junge Künstlerin mit dem Kunstmarkt und die Berliner Kunstszene zu berichten.