Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek

1886 gegründet umfasst die Sammlung Fotografie als eine Abteilung der Kunstbibliothek heute 160.000 Aufnahmen, darunter sowohl künstlerische als auch Gebrauchsfotografie.

Nach der Sanierung des Kaisersaals wird die Sammlung Fotografie ab Herbst 2009 unter einem Dach mit der Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie in der Jebensstraße 2 gegenüber dem Bahnhof Zoologischer Garten angesiedelt sein.

Ziel der Neugründung ist die Bündelung der vielfältigen musealen Aufgabenbereiche für das Medium Fotografie bei den Staatlichen Museen zu Berlin in einem Ausstellungs-, Forschungs- und Dokumentationszentrum. Schrittweise wurden seit Sommer 2004 die Räumlichkeiten für diese Zwecke umgebaut. Neben Ausstellungssälen und Archivräumen wird es nach einer zweiten Bauphase einen Studien- und Lesesaal mit Präsenzbibliothek, eine Restaurierungswerkstatt und eine museumspädagogische Abteilung mit Demonstrationsfotolabor geben.

Für die Kunstbibliothek hat die Sanierung des Kaisersaales eine herausragende Bedeutung. Ziel ist die Errichtung einer Ausstellungsplattform für historische und zeitgenössische Fotografie auf einem technischen Niveau, das den Standards eines internationalen Ausstellungshauses entspricht.

Wir bekommen jetzt schon eine Führung durch das Archiv der Sammlung Fotografie, das nur auf spezielle Anfrage einsehbar ist, und erhalten so schon mal einen kleinen Vorgeschmack.

Das Künstlerhaus Bethanien Entdeckungstour mit Cynthia Girard und Sarah Rya

Das Bethanien am Mariannenplatz hat eine lange Tradition hinter sich; 1845 bis 1847 als Central-Diakonissenanstalt und Krankenhaus im Stil der Schinkel-Schule errichtet, sollte es 1974 abgerissen werden. Jedoch ebneten einige Denkmalschützer den Weg und präsentierten für Bethanien neue Nutzungskonzepte: das Künstlerhaus Bethanien war geboren.
Die einstige medizinische Tradition des Hauses ist nur noch an den langen Korridoren zu erahnen. Das Künstlerhaus Bethanien unterhält in dem Gebäude 25 Ateliers, 3 Ausstellungsstudios und ein Medienlabor. Es ist Projektwerkstatt, Veranstaltungsort und Herausgeber einer Serie anspurchsvoller Katalogpublikationen sowie einer Kunstzeitschrift. Weltweit bekannt ist es für sein Residenzprogramm, dass es KünstlerInnen der ganzen Welt ermöglicht, durch ein mehr-monatiges Stipendium mit idealsten Bedingungen in Berlin zu leben, zu arbeiten und auszustellen.
Ende April eröffnen die Ausstellungen der Künstlerinnen Cynthia Girard (CAN) und Sarah Ryan (AUS), was uns zum Anlass dient, die beiden zu besuchen. Sie werden uns mitnehmen in den Mikrokosmos Künstlerhaus Bethanien, uns ihre Ausstellung und ihre Arbeitsstudios zeigen, so dass wir die Möglichkeit bekommen, zu erleben, wie es denn ist, Künstler im Programm des Künstlerhaus Bethaniens zu sein.

„Die Erzählung ist bruchstückhaft, das Bild ist ambivalent, irgendetwas ist aus dem Lot geraten: Ein Schmetterling verbrennt sich fast die Flügel an einer Kerze, eine Maus malt ein seltsames Stillleben… Die traumähnlichen Welten in meinen Bildern sind schön, magisch und burlesk zugleich und beinhalten unterschwellige Verweise an Erotik und Bizarres.“, Cynthia Girard (Malerei)

„ In meiner Arbeit versuche ich Momente zu fotografieren, die von einer delikaten Schönheit geprägt sind und ihr Augenmerk auf Dinge und Ereignisse der zeitgenössischen Kultur richten… Dabei versuche ich, meine Bilder in einer bestimmten Distanz zum Betrachter zu halten, damit sie vertraut und fremd zugleich wirken, sowie zweideutige Situationen zu erzeugen, die statt einer endgültigen Aussage unterschiedliche Lesarten zulassen.“, Sarah Ryan (Fotografie)

Intercity Berlin – Praha

Im Rahmen des Festivals Archiczech präsentiert das Deutsche Architekturzentrum (DAZ) aktuelle Arbeiten junger Architekturbüros aus Prag und Berlin. Beide Städte haben Parallelen in ihren Erfahrungen mit totalitären Systemen und besitzen seit dem Fall des Eisernen Vorhangs mit ihren zahlreichen Brachflächen und Möglichkeiten zur Umnutzung ein besonderes Potential, das junge Architekten zur Realisierung neuer und ungewöhnlicher Bauaufgaben anregt. Die Ausstellung verdeutlicht, auf welche Weise die junge Generation die Architekturlandschaft und Baukultur prägt und zu erneuern sucht.

Die ausgewählten Büros eint ihre Arbeitsweise sich mit Energie und Witz neue Nischen zu erschließen. Bekanntheit erreichte etwa raumlabor_berlin mit der Installation ‚Der Berg’ im Inneren des zum Abriss bestimmten Palasts der Republik. Aber auch die Projekte von Magma Architecture, Plus 4930 Architektur, Realities: United, Realarchitektur, Robertneun,Wilk – Salinas Architekten sowie Zanderroth Architekten aus Berlin und von A69, Atelier K2, 4A, HŠH, CHAA – Chalupa architekti, KSA, OK Plan sowie Sporadical aus Prag zeigen ein kreatives Umgehen mit urbanen und architektonischen Situationen.

Durch die Ausstellung führt uns Jeannette Merker, konzeptuelle Beraterin und eine der drei Kuratorinnen für den deutschen Ausstellungsteil, die uns auf diese Weise auch einen Einblick in die Arbeit des Deutschen Architekturzentrums uns sein Engagement als unabhängiges Forum für eine lebendige und zukunftsfähige Baukultur beiten wird.

Lesung und Privatsammlung Kippenberger

Martin Kippenberger, geboren 1953, ist einer der einflussreichsten und erfolgreichsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit. Er nahm an der Biennale in Venedig (1988/2003) und der documenta IX und X teil und wurde mit dem Käthe-Kollwitz-Preis (1996) ausgezeichnet. Seinen Werken wurden 2006 zwei große Ausstellungen in der Tate Modern und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und
2007 im Kunsthaus Graz und dem Museum of Contemporary Art in Los Angeles gewidmet.
Die aktuell laufende Retrospektive im Museum of Modern Art in New York ist uns Anlass die Geschichte Kippenberger näher vorzustellen.

Martin Kippenberger hat als Künstler und als Mensch immer die Extreme gesucht. In ihrem biographischen Porträt schildert Susanne Kippenberger ihren Bruder, wie ihn die kannten, die ihm nahe waren. Sie blickt hinter die Inszenierung eines Künstlers, der seinen Ruhm, seine Wirkung immer auch kontrollieren wollte. Sie beschreibt den Bürgerschreck und Familienmensch, den Selfmademan und Provokateur, der nichts so sehr fürchtet wie Langeweile und nichts so sehr hasst wie Routine – und der gleichzeitig seine Rituale braucht. Der süchtig war nach Drogen, Alkohol, Anerkennung, Liebe und sich zu Tode arbeitete für sein Werk, die Kunst. Dessen Sehnsucht so groß war, wie die nach einem Zuhause, nach Familien und Ersatzfamilien. Ein Enfant terrible, für das die Kindheit nie aufhörte.

Susanne Kippenberger, als jüngste der vier Schwestern von Martin Kippenberger in Dortmund geboren, arbeitet als Redakteurin beim Berliner Tagesspiegel. Sie wird aus dem zum 10. Todesjahr erschienenen Buch lesen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit im Rahmen der privaten Sammlung Susanne Kippenbergers mit den zwei jüngeren Schwestern des Künstlers über Gehörtes und Gesehenes zu sprechen.

Über unsere Veranstaltung hinaus wird die Gallerie Capitain Petzel einige Arbeiten Kippenbergers zeigen.

Capitain Petzel, Karl-Marx-Allee 45
01. Mai Opening Friday 6 – 9 pm

Islands + Ghettos im Kunstraum Kreuzberg und NGBK

Stéphane Bauer, der Leiter des Kunstraum Kreuzberg, wird uns persönlich durch die vom Heidelberger Kunstverein kuratierte Ausstellung „ISLANDS + GHETTOS. Über territoriale Segregation in Städten des 21. Jahrhundert“ führen und etwas über das Programm des Kunstraumes erzählen.

Die Ausstellung thematisiert Strategien territorialer Ein- und Ausgrenzungen in Städten des 21. Jahrhunderts. Im Zentrum der Ausstellung – an der 34 Künstlerinnen und Künstler mit insgesamt 24 Arbeiten teilnehmen – steht die Auseinandersetzung mit den Städten Dubai und Caracas, die mit ihrem Wechsel von Elends- und Wohlstandswohngebieten exemplarisch sind für urbane Abgrenzungsphänomene.

Das Projekt ist aus der Überzeugung heraus entstanden, dass Konstellationen sozialer Polarisierung und räumlicher Fragmentierung auch in europäischen Zentren wie Berlin zu finden sind und stetig zunehmen werden.

Viele der eingeladenen KünstlerInnen haben ihre Arbeit in der Auseinandersetzung mit den Großstädten Lateinamerikas bzw. der Vereinigten Arabischen Emirate entwickelt. So zeigt der venezolanische Künstler Alexander Apostol in seinen Großformatfotografien, wie die Utopien der einstigen Ölboomtown Caracas in wehrhafte, fensterlose Gebäude münden, die in jedem Fremden einen Feind vermuten.

Die in Berlin lebenden Künstler Alice Creischer+Andreas Siekmann haben für die Ausstellung wiederum ihr 2003 gestartetes Projekt „Atlas (Spaces in Subjunctive)“ erweitert, das die wirtschaftlichen Bedingungen innerhalb Dubais illustriert.

Wer später noch Lust hat, kann sich gleich den zweiten Teil der Ausstellung in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst, Oranienstrasse 25 ansehen.

Es kommt nicht auf die Größe anRothko und Giotto in der Gemäldegalerie

Mark Rothko (1903-1970) zählt zu den Hauptvertretern des abstrakten Expressionismus, innerhalb der so genannten „New York School“. Ab den 1950er Jahren produzierte er seine „Color Field Paintings“, mit denen er berühmt wurde.

Rothko setzt sich in seinem späteren Werk mit der frühen italienischen Malerei auseinander, speziell mit der Bedeutung von Giotto di Bondone (1264-1337). Dazu reiste er auch mehrfach nach Italien, wo er nicht nur Giottos Schaffen im Original bewundern konnte, sondern auch zu einem Verehrer von Fra Angelico wurde.

Ausgehend von diesem Blick des Malers auf die ältere Kunst Italiens, speziell jener des Mittelalters und der Renaissance, zeigt die Ausstellung Rothkos Leinwand „Reds no. 5“ (Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 1961) zusammen mit zwei Hauptwerken Giottos, dem großen „Marientod“ (ca. 1310) sowie einer „Kreuzigung“ (ca. 1315). Visualisiert wird damit die Verbindung zwischen Renaissance und Moderne, die Rothko so intensiv bewegte. Zugleich entsteht ein Ausstellungsraum, der Rothkos eigenem Wunsch entspricht: der Maler träumte von Orten, die wie kleine Kapellen wirken, „in denen ein Reisender oder Wanderer eine Zeitlang ein einziges in einem kleinen Raum hängendes Bild“betrachten könne.
1957 hielt er fest: „Mich interessiert einzig der Ausdruck elementarer menschlicher Gefühle – Tragödie, Ekstase, Schicksal usw. […]. Jene Leute, die vor meinen Bildern weinen, machen dieselbe religiöse Erfahrung, die ich machte, als ich die Bilder malte.“

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemäldegalerie, des Kunsthistorischen Instituts in Florenz (Max Planck-Institut) und von Daimler Contemporary, Berlin. Das Begeleitprogramm wird gefördert vom Italienischen Kulturinstitut, Berlin.

Dr. Stefan Weppelmann wird uns in dieser aus nur drei Gemälden bestehenden Ausstellungen die Parallelen zwischen den Bilder der beiden Künstler erläutern und erklären warum sich Rothko nicht als abstrakter Maler gesehen hat.