Kult des Künstlers„Ich kann mir nicht jeden Tag ein Ohr abschneiden“.

Dekonstruktionen des Künstlermythos: Das Bild und die Vorstellung vom autonomen, genialisch schaffenden Künstler wurden bereits in den Avantgardebewegungen des frühen 20. Jahrhundert auf unterschiedliche Weise attackiert. Seit den 1960er Jahren haben Künstlerinnen und Künstler die Kritik an einem heroischen Künstlerbild weiter vorangetrieben, häufig verbunden mit der radikalen Infragestellung eines am autonomen Werk orientierten Kunstbegriffs. Zum Teil beeinflusst vom Diskurs über den „Tod des Autors” und begleitet von einer kritischen Auseinandersetzung mit der Institution Kunst, haben sie verschiedene Stereotypen, die mit der Konzeption des meist männlich gedachten Künstlergenies in Verbindung gebracht wurden, befragt und dekonstruiert.

Herkömmliche Modelle von Autorschaft werden dabei ebenso auf den Prüfstand gestellt wie traditionelle Auffassungen von männlicher und weiblicher Kreativität. Mal humorvoll, mal sarkastisch, mal destruktiv wird die Position des Künstlers oder der Künstlerin im Kunstbetrieb reflektiert, und Kategorien wie Authentizität und Subjektivität werden hinterfragt.

Die verschiedenen Ansätze zur Dekonstruktion des Künstlermythos in der Kunst seit 1960 führen die Ambivalenz von altbekannten Künstlerrollen zwischen Auflösung und Bestätigung vor und stellen die gesellschaftlichen Erwartungen an die Figur des Künstlers bzw. der Künstlerin zur Diskussion.

Gezeigt werden Werke u.a. von Azorro, Marcel Broodthaers, Marcel Duchamp, Maria Eichhorn, Andrea Fraser, Rodney Graham, Martin Kippenberger, Sarah Lucas, Bruce Nauman, Ugo Rondinone, Ed Ruscha und Sturtevant aus der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin und anderen Sammlungen.

Die Kuratorin Dr. Gabriele Knapstein führt uns persönlich durch die Ausstellung.

Kult des Künstlers: BEUYS.Die Revolution sind wir

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird der Kunst in Joseph Beuys (1921-1986) eine Gestalt geboren, die in ihrem universellen Anspruch und ihrer genialen Bildlichkeit weit in die europäische Geistesgeschichte ausgreift. Kein Künstler des 20. Jahrhunderts hat sein Denken über die Beziehungen zwischen Kunst und Gesellschaft so komplex angelegt wie Joseph Beuys. Zwanzig Jahre nach der letzten umfassenden Ausstellung in Deutschland, der große Ausstellungen in Zürich, Paris und London gefolgt sind, wird die Ausstellung BEUYS.

Die Revolution sind wir wird diesem großen Raum seiner Ideen eine Gestalt geben. Erstmals wird der gesamte Kontext anhand von Dokumenten, Schriften, Filmen und Fotografien erläutert. Die Präsentation setzt auf das offene Werk und vor allem auf Beuys selbst: als Künstler, als Denker, als Mensch. Kapitale Beuys-Werke der Sammlung Erich Marx sowie die Fülle der audiovisuellen Materialien aus dem Bestand des Joseph Beuys-Medien-Archivs werden in vitaler, dialogischer Gegenüberstellung mit selten geliehenen Schlüsselwerken aus ganz Europa gezeigt.

Der Kurator der Ausstellung und Direktor des Hamburger Bahnhof Prof. Dr. Eugen Blume wird uns persönlich durch die Ausstellung führen.

Marius Babiasneuer Direktor des NBKs, im Interview

Der Neue Berliner Kunstverein, der 1969 aus revolutionären Demokratisierungsbestrebungen des Kunst- und Kulturbetriebs heraus gegründet wurde, hatte zum Ziel, bildende Kunst der Gegenwart einer breiten Öffentlichkeit und nicht nur einer internen Kennerschaft zu präsentieren und zu vermitteln.

Neben der Präsentation und Vermittlung von Ausstellungen und regelmäßigen KünstlerInnengesprächen hinaus gehörte und gehört heute noch eine der ersten Artotheken in Deutschland hierzu. Kunstinteressierte mit Wohnsitz in Berlin können gegen eine Versicherungsgebühr von 1,50 € über 4000 Werke der internationalen Kunst des 20. und 21. Jahrhundert aus der stetig wachsenden Sammlung des NBKs für ein paar Monate entleihen. Darüber hinaus beherbergt der NBK seit 1972 das Video-Forum, eine Sammlung von mittlerweile über 1000 Videoarbeiten. Diese können vor Ort wie in einer Präsensbibliothek mit Termin angesehen werden.

Seit Anfang des Jahres 2008 hat sich beim NBK ein Generationenwechsel vollzogen. Wir möchten den neuen Direktor des Kunstvereins Marius Babias um eine Führung durch die Ausstellung bitten und ihn nach seinen neuen Ansätzen für den Verein befragen, der in den letzten Jahren doch eher als konservativ, klassisch-bürgerlicher Kunstverein wahrgenommen wurde.

Nicht erst seit den Projekten, die Marius Babias in den letzten Jahren zusammen mit Florian Waldvogel in der Kokerei Zollverein in Essen realisiert hat, hatte dieser mit einem diskursiven und partizipativen Ansatz in der Ausstellungspraxis auf sich aufmerksam gemacht.

Der NBK möchte sich als Ort für zeitgenössische Kunst- und Diskursproduktion, für experimentelle Kunstvermittlung und kulturelle Bildung, sowie Plattform für die junge Kunstszene Berlins verstehen. Was das genau bedeutet und welche Kooperationen und Projekte geplant sind wird uns der neue Direktor persönlich erläutern.

Für diejenigen, die schon im Vorfeld etwas mehr erfahren möchten, haben wir folgende zwei Artikel verlinkt:

Kerstin Stakemeier: Freundliche Übernahme. Der Neue Berliner Kunstverein wird relaunched. Artikel in der Jungle World, Nr. 32, eingespielt am 7. August 2008 -> http://jungle-world.com/artikel/2008/32/22365.html

Verena Hütter: „Als Seismograf am europäischen Gestaltungsprozess mitwirken“
Mit dem neuen Direktor Marius Babias findet im Neuen Berliner Kunstverein (NBK) ein Generationenwechsel statt. Babias will den NBK umbauen – konzeptionell wie auch architektonisch. art sprach mit Babias über seine Pläne, die kommenden Ausstellungen – und die heutigen Funktionen eines Kunstvereins. Artikel im Art Magazin, eingespielt am 3. Januar 2008 -> http://www.art-magazin.de/szene/3085.html

Studio Visit | Tomás Saraceno

Liebe Kunstfreund*innen,

am Freitag, den 01.06.2018, um 17:45 Uhr besuchen wir das Studio des Künstlers Tomás Saraceno in Rummelsburg.

Die weite Reise in den Osten lohnt sich, da die Jungen Meister eine einmalige Gelegenheit bekommen, in die Welt des Künstlers einzutauchen. Besonders für die Planung der großen Einzelausstellung im Tokyo Palais in Paris wird das Studio zu einem künstlerischen Experimentierfeld, in dem ihr live dabei sein könnt! Das Areal ist ein ehemaliges Fabrikgelände, dessen fünf Etagen von 50 Mitarbeiter*innen (und Spinnen) kreativ bespielt werden. Wir werden die verschiedenen Bereiche, wie Aeroscene, „Spinnen-Labor“, Production, Press and Text sowie Architektur erkunden und auf interessante Gespräche und Kunstwerke stoßen.

Wer sich bereits ein Bild von Tomás Saracenos künstlerischem Kosmos machen möchte, kann dies auf seiner Webseite tun.

Wir laden euch herzlich ein, alle Fragen an den Künstler zu stellen, die während des Atelierbesuches aufkommen.
Achtung an alle die unter einer Spinnenphobie leiden: Bitte beachtet, dass wir in Räume gehen werden, in denen sich lebende, nicht in Terrarien eingeschlossene Spinnen aufhalten!

Mitgliederfahrt nach Wien6. - 7. Oktober

Liebe Kunstfreund*innen,

es ist mal wieder so weit und die Jungen Meister*innen gehen auf Reisen: dieses Jahr zieht es uns nach Wien! Ein alter Witz meint zwar „Wenn die Welt einmal untergehen sollte, ziehe ich nach Wien, denn dort passiert alles 50 Jahre später“ – in Sachen Kunst ist Wien aber zweifellos am Puls der Zeit! Pünktlich zur zehnten Ausgabe des Galerienfestivals curated by_vienna 2018, anlässlich dessen zahlreiche Galerien internationale Kurator*innen einladen, um eine Ausstellung zu konzipieren, möchten wir auf unserer alljährigen Mitgliederfahrt mit Euch die Kunstszene Wiens erkunden.

Neben einem Gallery Hopping durch teilnehmende Galerien von curated by stehen ein Besuch mit Kuratorenführung durch die Ausstellung „Der Wert der Freiheit“ im Belvedere 21 auf dem Programm sowie eine Führung durch die Ausstellung „Zeig mir deine Wunde“ im Dom Museum Wien, die u.a. Arbeiten von Kader Attia, Louise Bourgeois, VALIE EXPORT und Andres Serrano präsentiert. Während wir das Programm noch mit weiteren Veranstaltungen wie Studio Visits bei Wiener Künstler*innen füllen, solltet ihr schonmal eure Flüge/Züge/Busse buchen. Um eine Unterkunft haben wir uns bereits gekümmert – ihr müsst also nur die Anreise selbst regeln.

Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid!

Hier alles auf einem Blick:
Was: Mitgliederfahrt nach Wien
Wann: Samstag, den 6. Oktober bis Sonntag, den 7.Oktober 2018
Anreise: eigenständig bis 11 Uhr in Wien, unser Programm startet am Samstag um 12:00 Uhr!
Kosten: 30 Euro pro Person (inklusive Unterkunft, Führungen/Artist Talks und Eintritt in die Museen)
Maximale Teilnehmer*innenanzahl: 10
Abreise: das Programm endet am Sonntag um 17 Uhr, danach eigenständige Abreise

Wir werden in Wien in einem Airbnb für 10 Personen in der Ottakringer Straße im 16. Bezirk untergebracht sein.

Gerne könnt ihr hier zusätzlich optional in Eigenleistung Tickets für die Lange Nacht der Museen erwerben, die ebenfalls am 6. Oktober stattfindet.

Die Fahrt ist nur für Mitglieder und wird vom Verein bezuschusst. Gerne könnt ihr aber natürlich die Mitgliederfahrt auch als Anlass nutzen, vorher noch Mitglied oder Fördermitglied zu werden!

Wenn euch das Verlockung genug ist, meldet euch JETZT an und ihr bekommt eine E-Mail mit den Daten für die verbindliche Anzahlung und bald noch mehr Details.

Anmeldungen wie immer an: anmeldung@jungemeister.net

Wir freuen uns auf euch und stehen bei Fragen natürlich gerne zur Verfügung,

euer JungeMeister.net-Team

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