Galerienrundgang Brunnenstrasse

Unser Galerienrundgang durch die Brunnenstrasse soll Euch einen Einblick in die Arbeit von Galerien und ihre unterschiedlichen Konzepte geben.

Wir werden um 12 Uhr bei Artnews Projects starten. Der Projektraum stellt junge künstlerische Positionen aus anderen Ländern und Städten aus und arbeitet immer in Kooperation mit ausländischen Partnern. Der Initiator Vlado Velkov wird uns das Konzept genauer erläutern, die aktuelle Ausstellung zeigen und die Plattform artnews.org vorstellen.

Als nächstes werden wir die ehemalige Produzentengalerie Amerika, die heute Klemm’s heißt, zum zweiten Mal besuchen und den Galeristen Sebastian Klemm fragen, wie sie die Umstrukturierung zu einer sich eigenständig tragenden Galerie geschafft haben.

In der Galerie Metro werden wir Gelegenheit haben, die Arbeiten von Markus Wirthmann anzuschauen, die insofern ungewöhnlich sind, als dass der Bildhauer mit flüchtigen und amorphen Materialien wie Sand, Wasser und Salz arbeitet und sich weitgehend aus der Formgebung zurück zieht, indem er die Materialien einem naturwissenschaftlichen Prozess überlässt.

Spanned wird es bestimmt auch in den beiden recht frisch auf die Brunnenstrasse gezogenen Galerien 401contemporary, die durch ihre konsequenten und minimalistischen Ausstellungen aufgefallen ist, und KochOberhuberWolff, wo wir ebenfalls mit dem Galeristen Dr. Ralf Otto Hänsel und Alexander Koch über die aktuellen Ausstellungen sprechen und im Fall von KOW über ihr Konzept des „Antirepräsentationalism“ und das
beeindruckende neue Gebäude diskutieren können.

Wer dann noch Lust hat, dem steht es natürlich frei, die noch zahlreichen weiteren Galerien in der Brunnenstrasse anzuschauen!

Preis der Nationalgalerie für junge Kunst 2009

Der Preis der Nationalgalerie für Junge Kunst wurde in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben. Wir besuchen gemeinsam mit dem Kurator Jan May die Ausstellung zum Preis. Und es lohnt sich. Die vier Künstler Keren Cytter, Omer Fast, Annette Kelm und Danh Vo haben hervorragende Arbeiten abgeliefert.

Die gebürtige Vietnamesin Danh Vo stellt gegenständliche Objekte wie ein Schwert, ein Gewehr, ein hölzernes Grabmal aus. Sie sollen auf die Vorgeschichte von Vietnam verweisen. Hervorstechend ist besonders ein originaler Kronleuchter aus dem Hotel Majestic in Paris, und unter dem 1973 die Vietnam- Friedenskonferenz stattfand. Sehr vielschichtig. Sehr gut.

Unbedingt sehenswert ist auch die filmische Trilogie „Nostalgia“ des späteren Preisträgers Omer Fast. Alle drei Filme gehen auf die reale Situation eines westafrikanischen Flüchtlings zurück, der in London um Asyl bittet. Selbst wer sich bisher nicht für Videokunst erwärmen konnte wird von „Nostalgia“ begeistert sein.

Mehr soll nicht verraten werden. Meldet Euch an, kommt mit. Wir freuen uns auf Euch.

Thomas Demandin der Neuen Nationalgalerie

Die umfangreiche Einzelausstellung widmet sich einem der wichtigsten Themen in dem facettenreichem Werk des 1964 in München geborenen Künstlers: Deutschland. Die rund 40 ausgestellten Arbeiten beschäftigen sich mit gesellschaftlichen und geschichtlichen Ereignissen in Deutschland, vorwiegend seit 1945. Es ist daher kein Zufall, dass die Ausstellung mit den Jubiläen zweier historischer Ereignisse der deutschen Geschichte zusammenfällt: der Gründung der Bundesrepublik Deutschland vor 60 Jahren und dem Mauerfall vor 20 Jahren.

Thomas Demands Arbeitsweise geht über die Fotografie hinaus: In der Regel dienen dem Künstler Bildvorlagen aus der Berichterstattung der Massenmedien als Ausgangspunkt für den Bau raumgreifender Skulpturen aus Papier und Pappe, die die zweidimensionale Vorlage in die Dreidimensionalität übersetzen. Diese räumlichen (Re)konstruktionen fotografiert der Künstler mittels Großbildkamera, bevor er die papierenen Skulpturen zerstört. Auf den Vorlagen vorhandene Gebrauchsspuren, Details und abgebildete Personen werden nicht in den lebensgroßen Nachbau übernommen. So entstehen Phantombilder von „Tatorten“ abwesender Ereignisse, die einerseits bekannt erscheinen, andererseits ungreifbar bleiben.

Demands rekonstruktive Beschäftigung mit Bildern, die eine Bedeutung tragen oder zu tragen scheinen, lenkt unsere Aufmerksamkeit auf unser Rezeptionsverhalten gegenüber visuellen Medien und deren Einfluss auf unsere Erinnerung. In der Ausstellung werden die Arbeiten durch hierzu entstandene Bildlegenden von Botho Strauß begleitet, die die Werke jedoch nicht erklären, sondern als eigenständige Texte neue Lesarten eröffnen.

Le CorbusierKunst und Architektur im Martin-Gropius-Bau

Bis heute nimmt das Werk von Le Corbusier (1887 – 1965) eine zentrale Stellung im Diskurs über Architektur und Urbanismus ein. Dennoch hat keine Ausstellung seit 1987 die vielen Aspekte in Le Corbusiers Schaffen aufgezeigt, die dessen ungebrochene Aktualität ausmachen. Dies unternimmt die vom Vitra Design Museum organisierte Ausstellung, die bereits in Städten wie Rotterdam, London und Lissabon präsentiert wurde und diesen Sommer in Berlin zu sehen ist.

Aufgeteilt in drei relativ unabhängige Bereiche Contexts, Privacy and Publicity sowie Built Art, wird die Schau Leitthemen von Corbusiers Werk herausgreifen: seine Faszination für die moderne Großstadt, sein Interesse am Mediterranen und dem Orient, seine Hinwendung zu organischen Formen in den dreißiger Jahren, aber auch sein Interesse an neuen Technologien und Medien. Erst die Zusammenfügung dieser und anderer Aspekte ermöglicht das ganzheitliche Verständnis seines Œuvre, das sich in einem zunehmend intensiveren Zusammenspiel von Architektur, Städtebau, Malerei, Design, Film und anderen Disziplinen manifestierte. Den Kern der Ausstellung wird eine Auswahl von Exponaten aus der Fondation Le Corbusier in Paris bilden.

Darunter sind Originalgemälde, Skulpturen, zahlreiche Originalmöbel, Originalzeichnungen und -pläne, Erstausgaben von Le Corbusiers Büchern sowie zahlreiche Kleinobjekte aus der privaten Sammlung des Architekten, die ihm als Inspiration, Vorlage und Demonstrationsobjekte dienten. Da für ein umfassendes Verständnis von Le Corbusier auch die wechselseitige Beeinflussung mit zahlreichen Zeitgenossen berücksichtigt werden muss, zeigt die Ausstellung erstmals auch zahlreiche Exponate von Zeitgenossen, mit denen er in enger Verbindung stand, darunter Originalmöbel von Charlotte Perriand und Jean Prouvé sowie Gemälde von Robert Delaunay, Fernand Léger, Georges Braque, André Bauchant. Mit dieser Vielfalt unterschiedlichster Ausstellungsmedien soll die Ausstellung die historischen Vorbilder Le Corbusiers veranschaulichen und zugleich die technischen, formalen und philosophischen Hintergründe seiner Werke deutlich machen.

Deutsche GuggenheimImi Knoebel + Sammlung Deutsche Bank

Die Deutsche Guggenheim ist ein einzigartiges Joint Venture zwischen der Deutschen Bank und der Solomon R. Guggenheim Foundation. Die derzeitige Ausstellung in zwei ‚Akten’ präsentiert den Beuys Schüler Imi Knoebel. ‚ICH NICHT’ (23.05.-26.06.) ist eine direkte Antwort auf ‚Who’s afraid of Red, Yellow and Blue’? des abstrakten Expressionisten Barnett Newman. Knoebels zwischen 2005-2009 entstandenen Arbeiten behandeln die nicht figurativ gegenstandslosen Formsprache Barnett Newmans basierend auf den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau. Man darf gespannt sein, was das Zitat dem Original zu erwidern hat.
‚ENDUROS‘ (04.07.-02.08.), der zweite „Akt“ der Schau, ermöglicht einen Rückblick auf Knoebels Werk von 1968 bis 2005 und deckt damit das gesamte Spektrum seines gegenstandslosen Formenvokabulars ab. Knoebels frühe Auseinandersetzung mit experimentellen Formen und Materialien wie dem Rostschutzmittel Mennige, den „immateriellen“ Lichtprojektionen sowie den gestisch-informellen Abstraktionen werden bei seinen Papierarbeiten besonders evident. Rund 200 Collagen, Zeichnungen, Photographien und Druckgraphiken aus der Sammlung Deutsche Bank bieten einen umfassenden Einblick in die Werkentwicklung des Künstlers.

Die Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Bank Unter den Linden 13/15 ist jedoch nicht nur wegen der Ausstellungshalle der Deutsche Guggenheim im Erdgeschoss ein Ort der Gegenwartskunst.

Auf allen vier Büroetagen finden sich prominente Werke aus der Sammlung Deutsche Bank, zu überschreiben mit dem Motto „Kunst am Arbeitsplatz“. Die ersten beiden Etagen sind internationalen Positionen der Fotografie gewidmet; u. a. findet man hier Werke von Miwa Yanagi, Thomas Florschuetz, Gillian Wearing, Sharon Lockhart oder Erwin Wurm, der für seine Five Minute Sculptures Menschen in skurrilen Situationen als lebende Skulpturen verharren ließ. In der dritten Etage wird die Geschichte der erneuerten figurativen Malerei erlebbar. Neben Werken von Markus Lüpertz und A.R. Penck stehen die neo-expressiven Arbeiten der „Neuen Wilden“, wie etwa Elvira Bach, Rainer Fetting oder Salomé. Weltweit inspirieren 56.000 Kunstwerke die Mitarbeiter der Deutschen Bank.

Zu Beginn unserer Führung werden wir uns die Ausstellung ‚ENDUROS‘ von Imi Knoebel in der Deutsche Guggenheim Berlin anschauen. Im Anschluß kommt JungeMeister.net in den Genuss, die Exponate der Deutschen Sammlung Berlin hautnah zu erleben.

Architekturguide zur Moderne

Das Haus am Waldsee zählt seit 1946 zu den ersten Ausstellungshäusern für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Als Ort internationaler Größen der Kunstszene, trug es wesentlich zur Wiederbelebung des kulturellen Lebens in der Bundesrepublik bei. Schon im Jahr 1949 wurden hier Einzelausstellungen von Picasso und Schmitt-Rottluff gezeigt; später gab es Schauen von Henry Moore über Ernst Ludwig Kirchner, Max Ernst, Hans Hartung, Willi Baumeister. Bis heute werden in der Zehlendorfer Villa mit malerischem Garten innovative Positionen im aktuellen Kunstgeschehen geboten.

Der Architekturguide weist den Weg zu herausragende Villen der Moderne rund um den Schlachtensee. Mittels eines ca. 90 minütigem Audioguides werden wir unter anderem Hermann Muthesius‘ berühmtem Haus van Velsen aus dem Jahr 1907, Werner Aisslingers Loftcube von 2004 ansteuern und Häuser so berühmter Architekten wie Ludwig Mies van der Rohe und Walter Gropius sehen. Anschließend haben wir die Gelegenheit mit Katja Blomberg, künstlerische Leiterin des Haus am Waldsee, über das Haus sowie Idee, Entwicklung und Konzept des Audioguides zu sprechen.