Times Art Center Berlin | KuratorinnenführungKuratorinnenführung

Am Samstag, den 23. Februar 2019 haben wir gemeinsam mit Euch eine neu eröffnete Kunstinstitution in Berlin besucht: im Kunstviertel der Potsdamer Straße präsentiert das Times Art Center Berlin seit Ende November  zeitgenössische Kunst aus China. Im Gespräch mit der Kuratorin Xi Bei haben wir mehr über Videokunst aus dem Perlfluss Delta erfahren.

In einer dreiteiligen Eröffnungsausstellung stellt das Times Art Center Berlin einen bedeutenden Teil der chinesischen Kunstwelt vor, der dem internationalen Publikum wenig bekannt und in der globalen Kunstszene unterrepräsentiert ist – die zeitgenössische Kunstproduktion aus dem Perlflussdelta (Pearl River Delta, PRD). Seit jeher ist das Perlflussdelta stark von internationaler Vernetzung geprägt – so auch im Bereich der Popkultur. Der regelmäßige Austausch mit Guangdong, Hongkong und Macau, die Einflüsse der Hongkonger Popkultur wie Film, Fernsehen und Popmusik auf die Bildkultur sowie ein Gespür für internationale Strömungen im Bereich der Medienkunst haben hier schon früh Experimente im Bereich der Videokunst befördert.

Videokunst entstand in der Region des Perlflussdeltas seit Mitte der 1980er Jahre. Durch das Medium des bewegten Bildes versuchen die Künstler*innen Freiheiten zu schaffen und Formen des Widerstands gegen dominierende Ideologien und Machtverhältnisse zu artikulieren. Alltägliche Gesten wandeln sie in künstlerische Strategien um und entwerfen so ihre persönlichen Utopien.

Ivo Wessel | Gespräch und Führung

Am Sonntag, den 17. Februar, öffnete der Kunstsammler, Software-Entwickler und „Videoart at Midnight“-Mitbegründer Ivo Wessel uns die Türen zu seiner Privatsammlung in Moabit.

Ivo Wessel programmiert Apps für Künstler*innen und Kunst-Institutionen, darüber hinaus ist er seit seiner Jugend leidenschaftlicher Sammler von zeitgenössischer Kunst. Seine Sammlung folgt keinem konkreten Konzept, sondern vielmehr Wessels persönlichem Geschmack – sie umfasst neben Fotografie und Konzeptkunst auch Medien- und Videokunst. Das Interesse für Videokunst manifestiert sich auch in dem von ihm zusammen mit dem Galeristen Olaf Stüber begründeten Programm „Videoart at Midnight“, bei dem Wessel und Stüber einmal pro Monat um Mitternacht im Berliner Babylon-Kino Videoarbeiten zeigen. 2018 feierte das Programm mit einem großen Festival ihr 10-jähriges Bestehen.

Gemeinsam mit euch haben wir Ivo Wessel in seinen Räumen besucht, Werke aus seiner Privatsammlung betrachtet sowie über das Kunstsammeln als Passion gesprochen.

Daimler Contemporary Galerie | FührungIm Gespräch mit der Kuratorin Nadine Henrich

Am 31. Januar 2019 erhielten wir eine Führung von der Kuratorin Nadine Henrich durch die Ausstellung „Evoking Reality Konstitution von Wirklichkeit in Fotografie und Videokuns“ in der Daimler Contemporary Galerie.

Evoking Reality stellt Positionen politischer Fotografie und Videokunst aus der Daimler Art Collection (DAC) vor. Die Ausstellung distanziert sich von etablierten Darstellungsprinzipien und der gängigen Narrativät des Fotojournalismus, um ein offenes Wirklichkeitsbild entstehen zu lassen, welches den Betrachter für politische und sozialkritische Themen sensibilisiert. Die Ausstellung beleuchtet mediale Darstellungsweisen wiederkehrender Leidensbilder und Gewaltszenen politischer Fotografie und Videokunst und ermutigt die Besucher*innen diese kritisch zu hinterfragen.

Evoking Reality befasst sich mit aktuellen medialen Herangehensweisen an politische, öffentliche und daraus resultierende private Konfliktsituationen. Die Mischung aus Fiktion und Inszenierung, und zugleich Offenheit und Vieldeutigkeit laden dazu ein sich das Geschehen im Kunstwerk selbst zu erschließen. Die Ausstellung hinterfragt was ist Wirklichkeit und was erschließt sich das Auge des Betrachters durch die subjektive Wahrnehmung.

EDITION Block | Führung

Am Samstag, den 12. Januar 2019 erwartete uns René Block – Galerist, Kunstverleger, Kunstsammler und Kurator – in seinen Berliner Räumen.

Nachdem er mehrere Galerien in Berlin und New York geführt hat, eröffnete René Block im Jahr 1966 die Galerie Edition Block, die neben der Edition MAT, Multiples Inc. New York und der Mailänder Edition del Deposito zu den ältesten Herausgebern von Auflagenobjekten und Druckgrafiken internationaler zeitgenössischer Künstler*innen gehört. Bis heute hat die Galerie über 80 Editionen realisiert. Über seine Tätigkeit als Galerist und Herausgeber von Kunsteditionen ist René Block auch ein erfolgreicher Kunstsammler. Die Kunstsammlung von René Block gilt als eine der bedeutendsten Kollektionen im Bereich des Fluxus.

Gemeinsam mit Euch sind wir mit René Block ins Gespräch gekommen und haben mehr über das Kunstsammeln sowie René Blocks Arbeit als Herausgeber von Editionen erfahren.

Salon Frieder Burda | Kurato*innenführung

Am 15. Dezember 2018 erhielten wir eine Führung im Salon Frieder Burda Berlin durch die Ausstellung und Videoinstallation SEX WORK
– In Dialogue with Works by William N. Copley von Candice Breitz. 

Candice Breitz thematisiert die Stigmatisierung der Sexarbeit in Ihrer Videoinstallation und geht insbesondere auf die geschlechterspezifisch motivierte Gewalt ein, mit der Sexarbeiter*innen bei ihrer Arbeit und in ihrem Leben konfrontiert werden. In der Ausstellung wird ihre Arbeit der des US-amerikanischen Künstlers William N. Copley (1919-1996) gegenüber gestellt.

Mit SEX WORK spiegelt die HBK Professorin nicht nur die Debatte der #MeToo Bewegung wieder, sondern setzt einen neuen Fokus auf die Fragen der Bewegung. Die #MeeToo Debatte legt die Dynamiken von Gender und Macht offen, welche Beziehungen am Arbeitsplatz und der restlichen Welt bestimmen.

Reinbeckhallen | Kurator*innenführungIm Gespräch mit Tereza de Arruda

Am 1. Dezember führte uns die Kuratorin Tereza de Arruda durch die Ausstellung „Otro amanecer en el trópico“ (Zeitgenössische kubanische künstlerische Praktiken) in den Reinbeckhallen. 

„Die Ausstellung wirft einen Blick auf aktuelle Entwicklungen in der kubanischen Kunst am Beispiel von künstlerischen Positionen aus mehreren Generationen, die auf Kuba und im Ausland leben.
In der kubanischen Kunstszene existieren verschiedenste kreative und mediale Strategien im Umgang mit diversen kulturellen, künstlerischen und diskursiven Referenzen im Hinblick auf die gegenwärtigen Themen und Entwicklungen im Land. Ausgehend von der Konzeption einer Plattform für Austausch und Reflexion künstlerischer Entwicklungen in Europa, der Karibik und in Lateinamerika, interessiert sich das Ausstellungsprojekt für die künstlerische Produktion und Auseinandersetzung in Kuba im Spannungsfeld zwischen internationalen und lokalen politischen und kulturellen Entwicklungen.“ (Textquelle: RBH)

Zu sehen waren Installation, Malereien, Videos und Fotografien von den Künstler*innen Luis Gómez, Henry Eric Hernández und Celia González (Celia – Yunior), die jeweils ortsspezifische Werke für die  Ausstellung schufen.