Cyprien Gaillard in den Kunst Werken

Zur neuen Installatoion „The Recovery of Discovery“ des jungen französischen Shootingstars Cyprien Gaillard (*1980) in den KW werdet Ihr die Möglichkeit haben, mit Susanne Pfeffer, seit 2007 die Kuratorin der KW, persönlich ins Gespräch zu kommen!

Das KW Insitute for Contemporary Art hat sich seit Anfang der 90er Jahren als ein Ort für progressive zeitgenössische Kunst in Berlin etabliert. Der Begründer und erste Leiter Klaus Biesenbach ist heute Direktor des PS1 und der Abteilung für Film und Medien des MoMA New York.

Wir möchten Euch einen Einblick in die spannende Geschichte des Hauses, das aktuelle Ausstellungs- und Atelierprogramm, sowie natürlich in die Arbeit von Cyprien Gaillard ermöglichen.

„Die Erhaltung eines Monuments scheint auch immer seine Zerstörung zu beinhalten. Um städtische Architekturen, Kulturdenkmäler und Reliquien zu bewahren, erfolgt nicht selten ihre Überführung an andere Orte. Diese urbanen Verschiebungen lassen die Idee einer autonomen Geografie oder Archäologie verschwinden. Der Transfer ändert nicht nur die Geschichte des Ursprungsortes, sondern führt auch zu einer brachialen Umdeutung des vor der Zerstörung Bewahrten.“

„Für seine Ausstellung in den KW Institute for Contemporary Art schafft Cyprien Gaillard eine neue, raumgreifende Arbeit, die erst durch die aktive Missachtung ihrer Form die Komplexität ihrer Bezüge aufzeigt. Gleich einer öffentlichen Amnesie, verloren in der ausweglosen Interaktion mit dem Monument, wird die sukzessive Zerstörung zu einer Ästhetik des Widerstands.“

Cyprien Gaillard wurde 1980 in Paris geboren und studierte bis 2005 an der École Cantonale d’Art de Lausanne. 2010 wurde er mit dem Prix Marcel Duchamp ausgezeichnet. Gaillard nutzt unterschiedliche künstlerische Medien wie Film, Video, Fotografie, Skulptur und Performance. Er lebt und arbeitet heute in Berlin.

Nasan Tur

„Es wäre sicherlich verfehlt, Turs Werk direkt und einzig auf den Situationismus zurückzuführen. Dennoch zeigen viele seiner Arbeiten, dass es sich nach wie vor lohnt, über die Rolle der Kunst und Debords Forderung nach Ausweitung der Kunstzone über den White Cube hinaus nachzudenken.
Dabei gelingt es Tur, mit einfachen, dafür umso effektiveren Mitteln und vor allem mit Witz, die Demarkationslinie der Kunstwelt exakt zu kartografieren. Denn waren Debord und die Situationisten mit ihren grenzüberschreitenden Aktionen noch vom Willen zur Veränderung getrieben, kann Tur heute lediglich das Scheitern dieser einst radikalen Konzepte konstatieren. So sprühte der Künstler die orthografisch falsche Parole „Time for Revollusion“ als Graffiti an eine Wand in Frankfurt: Die Revolution, längst nur noch ein Schlagwort aus dem Baukasten der Werbesprache, entpuppt sich als bloße Illusion. Die Utopie der Einheit von Kunst und Leben, der Glaube an die gesellschaftsverändernde Macht der Kunst sind längst auf dem Trümmerhaufen der Geschichte gelandet. Doch dass dieser immer wieder eine Untersuchung wert ist, dass sich von dort aus trefflich die Symptome der Gegenwart kommentieren lassen, zeigt Nasan Tur mit seinem hintersinnigen und intelligenten Werk.“
Auszug aus Nasan Tur bei Tanas, Berlin, Purzelbäume in Istanbul
Sven Beckstette

Wir freuen uns besonders die Möglichkeit zu bekommen Nasan Tur (geb.1974), vor dem Hintergrund der arabischen Revolutionen heute, persönlich zu seiner Haltung zu „Time for  Revollusion“ und zur politischen Kunst befragen zu dürfen!

Pro qmEine ganz besondere Buchhandlung

Wir möchten Euch die thematische Buchhandlung zu Stadt, Politik, Pop, Ökonomiekritik, Architektur, Design, Kunst & Theorie „Pro qm“ vorstellen:

„Am 4. Februar 2007 eröffnet die thematische Buchhandlung Pro qm ihre neuen Räume in der Almstadtstraße 48-50. Seit der Gründung 1999 in der Alten Schönhauser Straße hat sich Pro qm international als Fachbuchhandlung und Veranstaltungsort für interdisziplinäre Debatten um Stadt, Architekturtheorie und künstlerische Praxis etabliert.“

„Die Einrichtung der neuen Räume in einem Gebäude aus den späten 1920er Jahren vom Büro Hans Poelzig wurde vom Architekturbüro „ifau und Jesko Fezer“ konzipiert. Die Gestaltung organisiert den Raum weniger als optimierte Verkaufsfläche, sondern als offenes räumliches Potential für Diskussionen und Bewegungen.“

Neben Projekten wie temporären Buchshops wie z.B. mit b-books zusammen als Teil der Documenta 12 realisiert Pro qm auch Ausstellungen und stellt Rechercheprojekte vor wie z.B. 2002/3 „Be Creative! Der Kreative Imperativ“ im Museuem für Gestaltung Zürich: „Der ökonomische Wandel und die Forderungen der sozialen Bewegungen und Subkulturen haben das Selbstverhältnis der Subjekte und damit auch den Kreativitätsbegriff neu geprägt. „Be Creative!“ setzte sich mit dem Wandel des Kreativitätskonzeptes vom Befreiungsmythos zur Anforderung unter postindustriellen Bedingungen auseinander.“

Regelmäßig finden im Laden Veranstaltungen wie Buch- und Magazin Releases, Lesungen, Vorstellungen von Rechercheprojekten oder Filmen statt.

Kito Nedo, freier Journalist für Zeitungen und Magazine wie das art Magazin, Kunstforum International, die taz oder die Berliner Zeitung und langjähriger Mitarbeiter von Pro qm, wird uns den Laden und sein dialogisches Konzept vorstellen!

Johannes und Ulrich VoglZwei Künstlergespräche

An den kommenden Samstagen haben wir zwei Künstlergespräche mit den Brüdern Johannes Vogl (*1981) und Ulrich Vogl (*1973) organisiert.

Ihr werdet die Gelgenheit haben, mit Johannes seine aktuelle Einzelausstellung in der Galerie Matthew Bown anzuschauen und er wird Euch im Anschluß auch noch weitere Arbeiten über Beamer zeigen, um Euch einen Einblick in seine Arbeitsweise zu verschaffen.

Johannes Arbeiten lassen sich als konzeptuelle, oftmals kinetische Installationen beschreiben, bei denen Alltagsobjekte und deren Umfunktionierung eine große Rolle spielen. Nicht selten kann man über das Ergebnis seiner Arbeiten schmunzeln.

Studiert hat er an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Karlsruhe und Wien Akademie der bildenden Künste Wien, sowie an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee und der UDK in Berlin.
Seine letzten wichtigsten Austellungen waren im Museum Tinguely, Basel (2010),Lentos Kunstmuseum Linz und Hayward Gallery, London (2009). Vertreten wird er von der Galerie Martin Janda in Wien.

Sein älterer Bruder Ulrich Vogl wird Euch dann am darauf folgenden Samstag in sein Atelier einladen, Euch zeigen, wie er dort arbeitet und natürlich auch eine Einführung in seine Werke geben.

Ulrichs Arbeiten sind poetisch-narrative Lichtinstallationen, vor allem alte Diaprojektoren haben es ihm angetan.

Studiert hat er an der Akademie der Bildenden Künste München, der UDK Berlin, sowie der School of Visual Arts, New York (MFA). 2003/4 hatte er ein DAAD Stipendium in New York. Seine letzten wichtigen Ausstellungen waren:
welt, Galerie Opdahl, Berlin (2010), in the light, Le Guern Gallery, Warschau und in der Tint Gallery / Photobiennale Thessaloniki (2010). Vertreten wird er von der Galerie Opdahl in Berlin und der Kevin Kavanagh Gallery, Dublin.

Es ist sicher spannend, diese beiden Positionen kennenzulenern und die Künstler persönlich fragen zu können, wie sie ihre Ausstellungen entwickeln, wie sie mit Galeristen und Kuratoren zusammenarbeiten und was eigentlich passiert, wenn ein Sammler ihre Arbeiten im Atelier, oder einer Ausstellung anschaut und dann auch erwirbt.

Wir hoffen auf Euer zahlreiches Interesse, gerne könnt Ihr nur an einer, aber natürlich auch an beiden Veranstaltungen teilnehmen!

IDCONTEMPORARY ART INDONESIA

Im nächsten Jahr möchten wir gerne mit Euch die spannede und sehr gelungen inszenierte Ausstellung „ID – Contemporary Art Indonesia“ besuchen, die Teil eines langfristig angelegten Kunstaustauschs zwischen Deutschland und wechselnden Partnerländern Südostasiens ist.

„ID – CONTEMPORARY ART INDONESIA ist eine Ausstellung mit 11 internationalen Positionen. Der Leitfaden ist das vielfältig denkbare Buchstabenpaar ID, mit seinen verschiedenen Interpretationsebenen. Thematische Schwerpunkte hierbei sind: nationale, individuelle und kollektive Identitäten sowie deren Entgrenzungen. Im Spannungsfeld dieser Topoi stehen viele Diskurse, die den Wandel und die Funktionsweise unserer Welt zum Ausdruck bringen. ID steht als Kürzel für Identität und Indonesien. In deutscher Aussprache ist es nicht unterscheidbar vom Einfall, der Idee.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet, das wir Euch jetzt schon ans Herz legen wollen!

Die Initiatorin und künstlerische Leiterin des Ausstellungsprojektes Nha Luong wird uns persönlich druch die Ausstellung führen.

This is PropagandaKünstlergespräch mit Tino Sehgal

Tino Sehgal wirbelt nun bereits seit einigen Jahren mit seinen flüchtigen, unterschwelligen Interventionen die Kunstszene auf. Zuletzt erregte der in Berlin lebende Künstler im Frühjahr dieses Jahres mit einer Einzelausstellung im Guggenheim Museum in New York international Aufsehen. Seinen Durchbruch feierte er auf der 51. Biennale in Venedig (2005), auf der er mit 29 Jahren den Deutschen Pavillon mitgestaltete.

Vom 9. November bis 19. Dezember 2010 wird die für eine Akteurin konzipierte Situation „This is Propaganda“ (2002) in der Alten Nationalgalerie in der 2. Ausstellungsetage im Kuppelsaal gezeigt.
Dieses Ereignis nehmen wir zum Anlass, mit Tino Sehgal persönlich vor Ort über seine Arbeit zu sprechen. Eine einmalige Gelegenheit für all diejenigen, die mehr über ausgefeilte Strategien der Intervention durch und Vermarktung von Kunst erfahren möchten.

Als Einstiegslektüre gibt es diesmal verschiedene Links zu Interviews und Artikeln; der einfachen Tatsache geschuldet, dass Tino Sehgal keine Bilder oder Videos von seinen Arbeiten zulässt. Wieso? – das fragt ihr ihn am besten selbst.

Interview mit Tino Sehgal kurz vor der Venedig-Biennale (2005)
Artikel bei Welt über Tino Sehgal (2009)
Tino Sehgal im Interview zur Ausstellung im Guggenheim (2010)