48 Stunden Neukölln | Rundgang durch die offenen Ateliers

Am 14. Juni begaben wir uns zusammen auf einen Rundgang durch die offenen Ateliers im Rahmen des Kunstfestivals 48 Stunden Neukölln.

Seit 1999 versteht sich 48 Stunden Neukölln als freies Kunstfestival, das verschiedensten künstlerischen Projekten ein Forum bietet und als Experimentierfeld dient. Dabei wird nicht nur Kunst gefördert, die aktuelle politische Themen reflektiert, sondern es wird ebenso der aktuelle Diskurs um die Produktionsbedingungen der Kunst aufgegriffen. Die 21. Ausgabe des Festivals widmet sich unter dem Thema Futur III der Zukunft, in der sich zugleich  Hoffnungen, Erwartungen und Ansprüche des Jetzt ausdrücken.

Bei einem Spaziergang durch die offenen Ateliers kamen wir mit den teilnehmenden Künstler*innen ins Gespräch.

 

Anna Kott | Studio Visit

Am 2. Juni öffnete die Künstlerin Anna Kott für uns die Türen zu ihrem Atelier in der Malzfabrik in Schöneberg. 

In runden und geschwungen Formen bewegen sich die figurativen Elemente über die Leinwände von Anna Kott. Die Betrachtenden brauchen daher einen Augenblick, um ihre gesamte, organische Erscheinung zu erschließen. 

In enger Auseinandersetzung mit Material und Technik übersetzt die Künstlerin traditionelle Symboliken und Stile der Malerei neu in ihre eigenen Interessengebiete. Thematisch umkreisen ihre Arbeiten so Frauen, Sexualität und Identität in ihren raum- und zeitlichen Dynamiken.

Malerei und Fotografie bieten Anna Kott unterschiedliche Möglichkeiten, die Ambivalenz zwischen Innerem und Äußerem in ihren dynamischen Kompositionen zum Ausdruck zu bringen: Während ihre Fotografien einen Augenblick der Außenwelt festhalten, entstehen ihre zeichnerischen und malerischen Motive aus einem inneren Prozess heraus. 

Wir sind gemeinsam mit euch mit der Künstlerin ins Gespräch gekommen.

Treptow Ateliers | Führung

Am Samstag, den 18. Mai 2019, verließen wir den Trubel der Großstadt und fuhren nach Treptow, wo am 17. Mai die Ausstellung „Living Cities“ in den Treptow Ateliers eröffnete.

Unter dem Titel „Living Cities“ präsentieren Künstler*inen unterschiedlichster Herkunft, die in den Treptow Ateliers in Berlin oder den Artists’ Retreat no-mu in Kyoto arbeiten, ihre Werke. Dabei kommentieren die Künstler*innen die Folgen der Stadtplanung und der damit einhergehenden Gentrifizierung, die die Existenz von bezahlbaren Atelierhäusern aktuell bedroht. Der Künstler Sebastian Körbs, der ebenfalls mit seinen Werken in der Ausstellung vertreten ist, wird uns durch die Ausstellung führen und über einzelne Werke, die Treptow Ateliers als Ausstellungsort und die aktuelle Bedrohung der Ateliers sprechen.

Wir nahmen die Ausstellung zum Anlass, gemeinsam mit euch die Treptow Ateliers zu besuchen und mit den dort arbeitenden Künstler*innen ins Gespräch zu kommen.

GALLERY WEEKEND BERLIN | PAPER POSITIONS | FÜHRUNG

Anlässlich des Gallery Weekends 2019 haben wir uns wie jedes Jahr mit euch auf einen Rundgang begeben. Von etablierten Künster*innen bis hin zu aufstrebenden Newcomer*innen haben wir eine Auswahl aus verschiedensten Positionen zeitgenössischer Kunst aus 45 teilnehmenden Galerien in Berlin angeschaut und sind mit den Galerist*innen vor Ort ins Gespräch gekommen. Dieses Jahr zog es uns in die Galerien in Mitte, rund um den Checkpoint Charlie herum.

Außerdem haben wir uns im Rahmen einer exklusiven Führung erstmalig die Messe Paper Positions angeschaut, die parallel zum Gallery Weekend stattfand.

„CHROMOSOM XY“ Bar Barbiche | Kurator*innengespräch

Habt ihr schon von „Herrenkunst“ gehört?

Am Samstag, den 23. März 2019 haben wir uns zusammen mit euch die kontrovers diskutierte Ausstellung „CHROMOSOM XY. Männerkunst–Herrenkunst“ angesehen, die – der Titel lässt es vermuten – ausschließlich Werke von männlichen Künstlern zeigte. Und das nicht ohne Selbstbewusstsein, die beiden Kurator*innen An Paenhuysen und Wolfgang Müller versprachen immerhin die sechs „qualitativ besten Männerkunstwerke“!

In der offiziellen Mitteilung heißt es: „Warum ist ‚Männerkunst‘ immer noch unsichtbar? […] Während die ‚Frauenkunst‘ bzw. ‚Frauen und Kunst‘ zum omnipräsenten Thema unserer Zeit geworden ist, bleibt ‚Männerkunst‘ dagegen offensichtlich terra incognita. Das möchten wir ändern.“

Bewusste Provokation oder kritischer Kommentar zur immer noch männerdominierten Kunstwelt? Wir sprachen mit der Kuratorin An Paenhuysen über die ausgewählten Werke, das dahintersteckende Konzept sowie die außergewöhnliche Location der von Lena Braun geführten Kunstbar „Bar Barbiche“.

Die Ausstellung wurde gefördert vom Hauptstadtkulturfonds, zu sehen gibt es Werke von Hartmut Andryczuk, Daniel Chluba, endart, Dieter Roth, Tom Skapoda und Die Tödliche Doris.

Decad | Kuratorinnenführung

Am Samstag, den 16. März, sahen wir mit euch bei einer Führung mit der Kuratorin Rachel Alliston die Ausstellung „FKBP5“  im non-profit art space Decad.

Amelia Umuhire ist eine ruandisch-deutsche Filmemacherin mit Sitz in Berlin. Die 1991 in Kigali geborene Umuhire hatte ihr Regiedebüt 2015 mit der Webserie Polyglot, die derzeit auf YouTube zu sehen ist. Für diese Arbeit wurde sie seither mit zahlreichen Preisen, darunter die Beste Deutsche Webreihe, ausgezeichnet und produzierte mehrere Kurzfilme. Ihre Arbeiten wurden bisher bei MOCA Los Angeles, MCA Chicago, Tribeca Film Festival, Smithsonian African American Film Festival, International Film Festival Rotterdam und vielen anderen gezeigt.

Amelia Umuhires Ausstellung FKBP5 überträgt die zeitgenössischen Einflüsse von Internetkultur und transnationaler Häuslichkeit auf jüngste historische Erzählungen von kollektiver Prekarisierung und politischer Gewalt. Ihre Show umfasst drei zeitbasierte Arbeiten – ein kommerziell in Auftrag gegebenes Video, einen Kurzfilm und ein Radiofeature. In diesen untersucht die Filmemacherin die Beziehungen zwischen persönlichen Erzählungen, nationaler Politik und zeitgenössischer Kultur in einem panafrikanischen Kontext.

Die Ausstellung FKBP5 wurde in Zusammenarbeit mit dem Berliner Architekten und Bühnenbildner Johannes Maas installiert.